Puccini kodierte seine Partitur mit Klangzeichen, die sein Publikum zweifelsfrei einem fernöstlichen Kulturraum zuordnen würde: einer pentatonisch grundierten Klangsprache und dem pointierten Einsatz von Schlagwerk. Eingebettet in Puccinis eigene Klangwelt ergeben sie einen neuen Sinnzusammenhang, ein Puccini-Peking, das in ferne Welten zu entführen scheint, tatsächlich aber außerhalb des Theaterraumes nicht existiert.
Eine berühmte Quelle für Turandot war eine Spieluhr aus dem Besitz des Barons Edoardo Fassini-Camossi, der Puccini die Themen entnahm, die Turandot, den Kaiser und Ping, Pang und Pong markieren. Seinen Helden Calaf stilisiert Puccini mit für europäische Ohren vertrauter Musik als Identifikationsfigur und als romantischen Helden, exemplarisch nachvollziehbar an „Nessun Dorma“, der wohl bekanntesten Tenorarie der Operngeschichte.
Puccinis Komposition endet mit dem Tod Liùs, an dieser Stelle verstarb der Komponist. Die Neuproduktion bringt die ursprüngliche Fassung des nachkomponierten Schlusses zur Aufführung, den Franco Alfano nach dem Tod Puccinis im Auftrag des Ricordi-Verlages verfertigte.