John Crankos Ballett Onegin basiert – wie die Oper Eugen Onegin von Pjotr Iljitsch Tschaikowski – auf dem Versroman von Alexander Puschkin, geht musikalisch jedoch eigene Wege. Statt Musik aus der Oper zu verwenden, wurde die Partitur aus verschiedenen Werken Tschaikowskis neu zusammengestellt und eigens für das Ballett von Kurt-Heinz Stolze bearbeitet. Den Schwerpunkt bilden Klavierkompositionen, insbesondere der Zyklus Die Jahreszeiten op. 37, ergänzt durch Ausschnitte aus Opern und sinfonischen Werken. Durch die Kombination kurzer, flexibel einsetzbarer Musiknummern entsteht eine dramaturgisch geschlossene Form, in der Themen leitmotivisch verarbeitet und weiterentwickelt werden. Die Instrumentation orientiert sich am Stil Tschaikowskis, ist jedoch bewusst kammermusikalischer gehalten. So entsteht eine transparente Klangsprache, die die Handlung präzise unterstützt und die großen orchestralen Höhepunkte gezielt akzentuiert.
Aus folgenden Musikwerken Tschaikowskis wurde die Partitur zusammengestellt: Oxanas Launen op. 14 (1885), Francesca da Rimini, Symphonische Fantasie nach Dante op. 32 (1876), Romeo und Julia, Duett für Sopran, Tenor & Orchester ohne op. (1893), Drei Stücke für Klavier op. 9 (1870), Sechs Stücke für Klavier op. 19 (1873), Die Jahreszeiten für Klavier op. 37a (1876), Sechs Stücke für Klavier op. 51 (1882), Achtzehn Stücke für Klavier op. 72 (1893), Impromptu für Klavier As-Dur ohne op. (1889)