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marzo 2027

5 date
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Informazioni sui biglietti

Karten in der 8. und 9. Kategorie können eingeschränkte Sicht haben und werden mit erhöhtem Aufschlag verkauft.

Sull'evento

Oper von Peter I. Tschaikowski

Ein Of­fi­zier, ei­ne un­er­reich­ba­re Lie­be und ein töd­li­ches Ge­heim­nis: Her­mann liebt Lisa, die un­ter der Ob­hut der al­ten Grä­fin steht, doch als mit­tel­lo­sem Au­ßen­sei­ter bleibt ihm der Weg zu ihr ver­sperrt. 

Als Her­mann er­fährt, dass die Grä­fin ein Ge­heim­nis aus ih­rer Ver­gan­gen­heit hü­tet, er­öff­net sich ihm ei­ne Mög­lich­keit: Sie kennt drei Spiel­kar­ten, die nie­mals ver­lie­ren. Von die­ser Ver­hei­ßung er­grif­fen, dringt Her­mann zu ihr vor – und setzt al­les auf ei­ne ein­zi­ge Chan­ce. Tschaikowskis Pique Dame er­zählt von der fa­ta­len Hoff­nung, das ei­ge­ne Schick­sal mit ei­nem Schlag ver­än­dern zu kön­nen.

Re­gis­seur Evgeny Titov rich­tet den Blick auf den exis­ten­zi­el­len Kern von Pique Dame. Im Zen­trum steht für ihn nicht das Spiel als ge­sell­schaft­li­ches Phä­no­men, son­dern ei­ne ra­di­ka­le in­ne­re Be­we­gung: die Vor­stel­lung, das ei­ge­ne Le­ben mit ei­nem ein­zi­gen Akt grund­le­gend ver­än­dern zu kön­nen.

Her­mann ist kein blo­ßer Spie­ler, son­dern ein Ge­trie­be­ner. Aus der Lie­be zu Lisa wächst ei­ne Ob­ses­si­on, die sich ver­schiebt und ver­selbst­stän­digt. Der Wunsch nach Geld wird zum Selbst­zweck, die Hoff­nung zur Be­ses­sen­heit. Für Titov liegt dar­in ein ent­schei­den­der Um­schlag: Der Weg wird zum Ziel – und ent­zieht sich da­mit je­der Kon­trol­le.

Da­bei in­ter­es­siert ihn be­son­ders die Am­bi­va­lenz zwi­schen Rea­li­tät und Wahn. We­der die Er­schei­nung der Grä­fin noch das Ge­heim­nis der drei Kar­ten las­sen sich ein­deu­tig er­klä­ren. Bei­des bleibt in ei­nem Zu­stand des Un­ent­scheid­ba­ren: über­na­tür­lich denk­bar und zu­gleich Aus­druck ei­ner in­ne­ren Es­ka­la­ti­on. Ge­ra­de die­se Schwe­be macht das Ge­sche­hen für Titov zu ei­nem Psy­cho­thril­ler – und rückt die Ge­schich­te in die Nä­he un­se­rer Ge­gen­wart.

Pique Dame ge­hört zu den dra­ma­tisch dich­tes­ten Par­ti­tu­ren Tschaikowskis. Der Kom­po­nist ver­bin­det ei­ne hoch ex­pres­si­ve, oft düs­ter ge­färb­te Klang­spra­che mit ei­ner un­ge­wöhn­li­chen sti­lis­ti­schen Viel­falt. Ne­ben lei­den­schaft­lich auf­ge­la­de­nen Sze­nen ste­hen be­wusst ein­ge­setz­te Kon­tras­te: hö­fi­sche Tän­ze, pas­to­ra­le Ein­schü­be und An­klän­ge an äl­te­re mu­si­ka­li­sche For­men.

Die­se sti­lis­ti­schen Brü­che sind kein blo­ßer Ef­fekt. Sie spie­geln die in­ne­re Zer­ris­sen­heit der Fi­gu­ren und die Span­nung zwi­schen äu­ße­rer Ge­sell­schaft und in­ne­rem Ab­grund. Be­son­ders Her­mann er­hält ei­ne mu­si­ka­li­sche Spra­che, die zwi­schen ly­ri­scher Emp­fin­dung und ob­ses­si­ver Ver­dich­tung chan­giert.

Zu­gleich durch­zie­hen Leit­mo­ti­ve und wie­der­keh­ren­de Klang­ges­ten das Werk und ver­bin­den die Sze­nen zu ei­nem psy­cho­lo­gi­schen Kon­ti­nu­um. So ent­steht ei­ne Mu­sik, die we­ni­ger er­zählt als vor­an­treibt – ei­ne Klang­welt, in der sich Lei­den­schaft, Wahn und Un­aus­weich­lich­keit un­auf­halt­sam ver­dich­ten.

Pique Dame ent­stand 1890 nach ei­ner Er­zäh­lung von Alexander Puschkin. Das Li­bret­to schrieb Modest Tschaikowsky, der Bru­der des Kom­po­nis­ten, der die Vor­la­ge ent­schei­dend um­form­te: Aus Puschkins kon­zen­trier­tem, psy­cho­lo­gisch zu­ge­spitz­tem Kam­mer­spiel ent­wi­ckel­te er ei­ne gro­ße Oper mit aus­ge­dehn­ten Ge­sell­schafts­sze­nen und Ta­bleaus. Wäh­rend Puschkins Text nüch­tern, iro­nisch und bei­na­he kli­nisch in sei­ner Be­ob­ach­tung bleibt, rückt die Oper die Lei­den­schaf­ten der Fi­gu­ren in den Mit­tel­punkt.

Die Ur­auf­füh­rung fand 1890 am Mariinski-Theater in Sankt Petersburg statt. Be­reits Puschkins Er­zäh­lung ge­hört zu den prä­gen­den li­te­ra­ri­schen My­then die­ser Stadt: ein düs­te­res, psy­chisch auf­ge­la­de­nes Pe­ters­burg, in dem Wahr­neh­mung und Wahn in­ein­an­der über­ge­hen. Wer­ke wie Dostojewskis »Der Dop­pel­gän­ger« oder Gogols »Die Na­se« ste­hen in die­ser Tra­di­ti­on. Tschaikowskys Ver­to­nung ver­lieh dem Stoff dar­über hin­aus ei­ne enor­me kul­tu­rel­le Reich­wei­te und mach­te ihn zu ei­nem der zen­tra­len Wer­ke des rus­si­schen Re­per­toires.

Als mög­li­ches his­to­ri­sches Vor­bild der Grä­fin gilt Natalja Petrowna Golizyna, ei­ne Pe­ters­bur­ger Ade­li­ge des 18. Jahr­hun­derts, der ein ge­heim­nis­vol­les Kar­ten­spiel zu­ge­schrie­ben wur­de, mit dem sie stets ge­wann. Ob Wahr­heit oder Le­gen­de – ge­ra­de die­se Un­ge­wiss­heit zwi­schen Fakt und Fik­ti­on prägt bis heu­te die Fas­zi­na­ti­on der Pique Dame.

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(Quelle: wiener-staatsoper.at)

 

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