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dicembre 2026

3 date
  1. Staatsoper Wien

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Karten in der 8. und 9. Kategorie können eingeschränkte Sicht haben und werden mit erhöhtem Aufschlag verkauft.

Sull'evento

Oper von Giacomo Puccini

Das Le­ben ei­ner Grup­pe jun­ger Künst­ler im Pa­ris des 19. Jahr­hun­derts. Ei­ne Lie­bes­ge­schich­te zwi­schen dem Dich­ter Ro­dol­fo und der Nach­ba­rin Mi­mi, ei­ner ar­men Nä­he­rin.

Ih­re Be­zie­hung durch­lebt Hö­hen und Tie­fen, wäh­rend sie ge­mein­sam mit ih­ren Freun­den Mar­cel­lo, Mu­set­ta, Schau­nard und Col­li­ne die Freu­den und Her­aus­for­de­run­gen des Künst­ler­le­bens tei­len. Doch tra­gi­sche Um­stän­de und die Ar­mut der Zeit stel­len ih­re Lie­be auf die Pro­be. Ei­ne zeit­lo­se Ge­schich­te von Lie­be, Ver­lust und dem Stre­ben nach Schön­heit.

Fran­co Zef­fi­rel­lis be­kann­te, ja, be­rühm­te In­sze­nie­rung steht seit mehr als ei­nem hal­ben Jahr­hun­dert auf dem Spiel­plan der Wie­ner Staats­oper. Ge­ne­ra­tio­nen von Opern­be­su­che­rin­nen und Opern­be­su­chern folg­ten dem tra­gisch-hei­te­ren Le­ben der jun­gen Leu­te in ei­ner at­mo­sphä­risch tref­fen­den wie de­tail­ver­lieb­ten Büh­nen­um­ge­bung. Zef­fi­rel­li er­zählt das zar­te Auf­kei­men der Lie­be zwi­schen Mi­mì und Ro­dol­fo mit ei­nem so ge­rühr­ten wie un­pa­the­ti­schen Blick auf das Paar, mischt zu­wei­len – nicht zu def­ti­ge – Ko­mik un­ter, bie­tet pit­to­res­ke Bil­der in den Mas­sen­sze­nen, um im drit­ten Bild die auch mu­si­ka­lisch aus­ge­drück­te Win­ter­stim­mung ge­konnt ein­zu­fan­gen. Sei­ne Set­zung des tra­gi­schen Fi­na­les ist ein Mus­ter­bei­spiel an ge­kon­nter Zu­rück­nah­me: Man sieht Men­schen auf der Büh­ne, de­ren Leid nicht nur be­rührt, son­dern trifft – bes­ser ist Puc­ci­nis Meis­ter­werk nicht in Bil­der zu fas­sen.
 
Mu­si­ka­lisch fass­te Puc­ci­ni das Ge­sche­hen in ei­ne so kom­ple­xe wie bil­der­rei­che Klang­spra­che, die so­fort in den Bann zieht. Hier der Tru­bel der Mas­sen, dort die zar­te An­nä­he­rung des Lie­bes­paa­res, dann wie­der das gro­ße Lie­bes­glück und eben­sol­cher Schmerz: Ein Kos­mos, der das Pu­bli­kum stets ver­zau­bert und bannt. Wenn et­wa Mi­mì in ih­rer gro­ßen Ari­e im ers­ten Bild den an­bre­chen­den Früh­ling be­singt, dann lässt Puc­ci­ni den Ge­sang und das Or­ches­ter auf­strah­len und nimmt das Pu­bli­kum so mit in Mi­mìs Welt; und wenn er Ro­dol­fo sein Dich­ter­le­ben be­sin­gen lässt, dann ist man ganz bei dem Po­e­ten, in des­sen ar­men, aber ju­gend­lich-stol­zen Le­ben. Da ist es nicht wei­ter ver­wun­der­lich, dass auch ein Tho­mas Mann in sei­nem Der Zauberberg auf die be­son­de­ren Qua­li­tä­ten die­ser Oper ein­ging.
 
Ei­ner der größ­ten Opern-Skan­da­le in der Zwei­ten Re­pu­blik, die Ab­sa­ge der Pre­mie­re der ak­tu­el­len La bohème-Pro­duk­ti­on im Jah­re 1963, ent­brennt an der Per­son des Souf­fleurs. Die ita­lie­ni­schen Sän­ger, die ge­wohnt wa­ren, im Souf­leur­kas­ten ei­nen Ma­es­tro Sug­ge­ri­to­re, al­so ei­ne Art souf­flie­ren­den Sub­di­ri­gen­ten, vor­zu­fin­den, hat­ten die­sen auch für ih­re Auf­trit­te an der Wie­ner Oper ein­ge­for­dert. Ka­ra­jan be­wil­ligt das En­ga­ge­ment ei­nes sol­chen Ma­es­tro Sug­ge­ri­to­re, der Be­triebs­rat nicht. Da sich die bei­den Fron­ten im­mer mehr ver­här­ten, kommt es schließ­lich zum Ek­lat: Das be­reits er­schie­ne­ne Pre­mie­ren­pu­bli­kum muss wie­der heim­ge­schickt, die Pre­mie­re von La bohème um ei­ni­ge Ta­ge ver­scho­ben wer­den. Aus ei­ner künst­le­ri­schen An­ge­le­gen­heit ist ein schlag­zei­len­pro­du­zie­ren­des, all­ge­mei­nes Ge­sprächs­the­ma ge­wor­den.

 

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(Quelle: wiener-staatsoper.at)

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